Hund als Wächter und Beschützer

Hunde sind bekanntermaßen zuverlässige Beschützer. Die Natur hat sie für die vielfältigsten Aufgaben hervorragend ausgerüstet. Ihre Sinne sind denen des Menschen haushoch überlegen. Nehmen wir die Ohren: Geräusche, die für das menschliche Gehör längst nicht mehr wahrnehmbar sind, wie Töne im Ultraschallbereich, vernimmt ein Hund ganz deutlich. Um die Hörfähigkeit noch zu verstärken, besitzt das Tier 17 Muskeln, die das Ohr jeweils in Schallrichtung bewegen können. Ein natürliches Stehohr funktioniert wie ein Schalltrichter. Das erklärt, warum der vierbeinige Wächter die Ankunft eines Fremden meldet, lange bevor der Mensch etwas gehört hat. Dennoch ist das feine Hundeohr, das zum Beispiel das Motorengeräusch des Familienautos von anderen Wagen unterscheidet, Lärmbelästigungen viel mehr gewachsen als das Menschenohr. Versuche zeigten, dass Dauerlärm bei Hunden keinen Stress verursacht. Sie haben die Fähigkeit, ihr inneres Ohr so einzustellen, dass es Störfaktoren ausschließt. So können sie weghören, also ungestört in Tiefschlaf fallen, aber auch beim kleinsten Rascheln des Wurstpapiers wieder voll da sein. Bei gewohnten Geräuschen in ihrer Umgebung schlagen sie nicht an, aber bei verdächtigen sind sie auf der Hut. Sie bemerken das Zischen einer verlöschenden Gasflamme ebenso wie das Schleichen eines Einbrechers.

Zwar sind viele bellende Vierbeiner „kurzsichtig“, d. h., sie können einen unbeweglichen Gegenstand, der mehr als drei Meter entfernt ist, nur mit Hilfe ihrer ausgezeichneten Nase „erkennen“. Doch ihre Sehfähigkeit wird mit zunehmender Dunkelheit besser. Dies bewirkt eine reflektierende Schicht im Augenhintergrund. Vor allem entgeht ihnen keine Bewegung, und sie reagieren blitzschnell darauf. Ob Hunde farbenblind sind, ist noch nicht genau geklärt. Zwar verfügen ihre Augen über Zellen, die Farbschattierungen unterscheiden können, aber man weiß nicht, wie weit sie in Anspruch genommen werden.

Das am feinsten ausgebildete Organ aber ist die Hundenase. Sie vollbringt wahre Wunderdinge. Folgt sie einer Fährte, findet sie heraus, wie alt die Fährte ist und wohin sie führt. Der überragende Geruchssinn ist dem menschlichen dreißig Mal überlegen. Die Nase ist auch für den Vierbeiner selbst das wichtigste Organ, denn sie ist seine beste Orientierungsquelle. Die Düfte an Häuserwänden und Straßenecken, Bäumen, Laternenpfählen oder Autoreifen erzählen ihm, welche Hunde vor ihm dort waren und ob er sie fürchten muss. Er hinterlässt seinerseits eine „Nachricht“, indem er sein Bein hebt und „markiert“.

Dass Hunde bei der Verbrechensbekämpfung wertvolle Gehilfen sind, weiß man auch in Deutschland zu schätzen. Als ideale Alarmanlage erweist sich immer wieder ein bellender Vierbeiner. Einbrecher, gleichgültig ob Amateure oder Profis, fürchten weniger die scharfen Zähne als das Bellen. Dabei kommt es nicht auf die furchterregende Größe des vierbeinigen Beschützers an. Viel wichtiger sind Mut und Lautstärke. Als zuverlässige Beschützer kommen alle Tiere in Betracht, die aufmerksam und wachsam sind. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang der Spitz, Beagle, ungarischer Hirtenhund, Collie, Sheltie, die Schnauzer sowie der Entlebucher Sennenhund. Auch alle Terrier haben sich als unerschrockene Wächter bewährt.

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